Simularchat: Ein neuer Weg zu gleichberechtigter Gesellschaft
Das Simularchat (von lateinisch simul = „gemeinsam” und griechisch archein = „herrschen”) bezeichnet eine Gesellschaftsform, in der alle Geschlechter gleichberechtigt Macht und Verantwortung teilen. Anders als im Patriarchat oder Matriarchat basiert diese Organisationsform auf gemeinsamer Entscheidungsfindung und dem Aufbrechen starrer Geschlechterrollen. Das Konzept öffnet den Raum für vielfältige Geschlechtsidentitäten und zeigt konkrete Wege auf, wie Geschlechtergerechtigkeit in Familie, Beruf und Gesellschaft praktisch verwirklicht werden kann – ein wichtiger Baustein für eine gewaltfreie Zukunft.
Was ist Simularchat?
In unserer Gesellschaft dominieren noch immer ungleiche Machtverteilungen und starre Rollenbilder. Diese Strukturen sind nicht nur ungerecht – sie schaffen auch Nährboden für Gewalt und Konflikte in Beziehungen und im gesellschaftlichen Miteinander. Das Simularchat bietet einen alternativen Ansatz: eine Gesellschaftsform, die auf echter Gleichberechtigung, gemeinsamer Verantwortung und der Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt aufbaut.
Kernmerkmale des Simularchats
- Gemeinsame Entscheidungsfindung auf allen Ebenen: Statt dass ein Geschlecht dominiert, arbeiten alle gleichberechtigt zusammen, um Konsens zu finden und gemeinsame Lösungen zu entwickeln – unabhängig von Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung.
- Gleichberechtigte Verteilung von Macht und Ressourcen: Alle haben gleichen Zugang zu Führungspositionen, wirtschaftlichen Chancen und gesellschaftlicher Teilhabe – unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer geschlechtlichen Identität.
- Wertschätzung aller Kompetenzen: Die Fähigkeiten und Beiträge aller Menschen werden gleichermaßen anerkannt, ohne dass geschlechtsspezifische Vorurteile oder binäre Zuschreibungen die individuelle Leistung überlagern.
- Aufbrechen starrer Rollenbilder: Das Simularchat weicht traditionelle Geschlechterrollen auf und schafft Raum für vielfältige Identitäten und Lebensweisen. Es verbindet unterschiedliche Eigenschaften zu einem ausgewogenen Ganzen – jenseits von “männlich” oder “weiblich”.
- Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt: Das Simularchat geht über die binäre Geschlechterordnung hinaus und erkennt an, dass Geschlecht ein Spektrum ist. Non-binäre, trans*, inter* und queere Menschen sind integraler Bestandteil dieser Gesellschaftsform.
Theoretische Grundlagen
Entstehung und Entwicklung
Der Begriff Simularchat wurde von der Initiative Zukunft Ohne Gewalt (IZOG) geprägt, um eine Lücke in der Sprache zu schließen: Während “Patriarchat” und “Matriarchat” etablierte Begriffe für geschlechterhierarchische Gesellschaftsformen sind, fehlte bislang ein prägnanter Terminus für das Ziel echter Geschlechtergleichstellung.
Die theoretischen Grundlagen reichen jedoch weit zurück. Die Geschlechterforschung hat sich seit den 1990er Jahren als eigenständiges Feld etabliert – geprägt von Denkerinnen wie Judith Butler, die binäre Geschlechtermodelle grundlegend hinterfragte. Aus dieser Forschungstradition stammen zentrale Erkenntnisse: dass Geschlechterrollen sozial konstruiert sind, dass hierarchische Machtstrukturen Gewalt begünstigen und dass egalitäre Beziehungen messbar gewaltärmer sind.
Mit dem Simularchat gibt IZOG diesen Erkenntnissen einen handlungsfähigen Namen – denn was wir benennen können, können wir auch gestalten.
Wissenschaftliche Perspektiven
- Soziologisch betrachtet schafft das Simularchat gesellschaftliche Strukturen, die Gleichberechtigung nicht nur fordern, sondern systematisch ermöglichen: durch gleichberechtigten Zugang zu Bildung, wirtschaftliche Teilhabe und politische Repräsentation – für alle geschlechtlichen Identitäten.
- Psychologisch fördert es die Überwindung einschränkender Geschlechterrollen und binärer Zuschreibungen. Menschen können sich unabhängig von Stereotypen entwickeln und ihr volles Potenzial entfalten – ein wichtiger Baustein für gesunde, gewaltfreie Beziehungen.
- Queer-theoretisch bietet das Simularchat einen Rahmen, der die Dekonstruktion von Zweigeschlechtlichkeit und die Anerkennung fluider Geschlechtsidentitäten ermöglicht. Es schafft Raum für diverse Lebens- und Liebesformen jenseits heteronormativer Strukturen.
Historische Vorbilder
Simularchische Strukturen sind nicht nur Theorie. Verschiedene indigene Gemeinschaften wie die Hopi und Irokesen in Nordamerika oder die Minangkabau in Indonesien zeigen seit Jahrhunderten, wie gleichberechtigte Gesellschaftsformen funktionieren können. In diesen Kulturen teilen sich alle Verantwortung in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen. Interessanterweise kannten viele indigene Kulturen bereits mehr als zwei Geschlechterrollen und integrierten geschlechtliche Vielfalt selbstverständlich in ihre Gemeinschaften. Forschungen zeigen, dass von etwa 400 indigenen Nationen in Nordamerika mindestens 155 dokumentierte Mehrgeschlechter-Traditionen hatten – viele erkannten vier oder mehr Geschlechter an.
Praktische Umsetzung
In Organisationen und Unternehmen
- Paritätische Führung jenseits binärer Strukturen: Studien belegen, dass diverse Teams mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten zu besseren Entscheidungen und höherer Zufriedenheit führen. Eine McKinsey-Studie aus 2020 zeigt, dass Unternehmen mit diversen Führungsteams eine 33% höhere Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Gewinne haben. Teams mit ausgewogener und vielfältiger Geschlechterverteilung sind produktiver und innovativer.
- Konsensfindung statt Hierarchie: Flache Entscheidungsstrukturen, in denen alle Stimmen gehört werden, stärken Zusammenarbeit und Engagement. Eine Cloverpop-Studie, die 588 Business-Entscheidungen analysierte, zeigt, dass diverse Teams in 87% der Fälle bessere Entscheidungen treffen. Dies reduziert Machtmissbrauch und schafft respektvolle Arbeitsumgebungen.
- Flexible Rollenverteilung: Moderne Arbeitsmodelle ermöglichen es allen, Beruf und Familie zu vereinbaren – unabhängig von Geschlecht oder geschlechtlicher Identität. Dies führt zu besserer Work-Life-Balance und höherer Produktivität.
- Inklusive Organisationskultur: Pronomen werden respektiert, geschlechtsneutrale Sprache gefördert, und Räume werden so gestaltet, dass sich alle wohlfühlen können.
In Bildung und Erziehung
- Geschlechtersensible und queere Pädagogik: Bildungseinrichtungen fördern die individuellen Bedürfnisse und Potenziale aller Kinder gleichermaßen, unabhängig von Geschlechterklischees oder binären Zuschreibungen. Vielfältige Familienformen und Geschlechtsidentitäten werden als selbstverständlich vermittelt.
- Führungskompetenzen für alle: Führungsfähigkeiten werden geschlechterunabhängig gefördert, damit alle die gleichen Chancen haben, Verantwortung zu übernehmen – unabhängig davon, wie sie sich identifizieren.
- Vielfältige Lern- und Kommunikationsstile: Die Integration verschiedener Ansätze schafft inklusive Lernräume, die alle unterstützen und niemanden aufgrund von Geschlecht oder geschlechtlicher Identität ausschließen.
- Aufbrechen von Stereotypen: Rollenbilder werden aktiv hinterfragt und aufgeweicht. Kinder lernen, dass es keine “typisch männlichen” oder “typisch weiblichen” Eigenschaften, Berufe oder Verhaltensweisen gibt.
In der Wirtschaft
- Gleiche Bezahlung: Das Entgelttransparenzgesetz und europäische Richtlinien sorgen dafür, dass alle für gleichwertige Arbeit gleich entlohnt werden – unabhängig von Geschlecht oder geschlechtlicher Identität.
- Förderung aller Unternehmerinnen und Unternehmer: Programme fördern vielfältige Gründer*innen und zeigen, wie inklusive Förderung eine innovative Wirtschaft unterstützt.
- Work-Life-Balance für alle: Flexible Arbeitszeiten und Elternzeitregelungen ermöglichen es allen Geschlechtern, berufliche und private Verantwortung zu teilen. Auch nicht-traditionelle Familienkonstellationen werden berücksichtigt.
- Diskriminierungsfreie Arbeitsplätze: Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung ist selbstverständlich.
Vorteile des Simularchats für alle Geschlechter
Befreiung von einengenden Rollenbildern
Das Simularchat ermöglicht es allen Menschen, authentisch zu leben – jenseits von gesellschaftlichen Erwartungen, die auf Geschlecht basieren. Cis-Männer können fürsorglich sein, cis-Frauen durchsetzungsstark, non-binäre Menschen müssen sich nicht zwischen zwei Extremen entscheiden. Trans* und inter* Menschen finden Anerkennung ihrer Identität ohne Rechtfertigungsdruck.
Chancen für Männer
Das Simularchat bedeutet nicht nur Fortschritt für Frauen und queere Menschen – es eröffnet auch cis-Männern neue Möglichkeiten und Lebensweisen. Durch das Aufbrechen traditioneller Rollen können Männer von einschränkenden Erwartungen befreit werden.
- Befreiung von starren Rollenbildern: Männer müssen nicht mehr in das traditionelle “hart und stark”-Schema gepresst werden. Sie gewinnen Freiheit in ihrer Lebensführung und können authentischer leben.
- Gesünderes Männlichkeitsbild: Der Abschied von toxischen Männlichkeitsvorstellungen ermöglicht es Männern, eine gesündere Beziehung zu ihren Emotionen und ihrem Körper zu entwickeln. Verletzlichkeit wird zur Stärke, nicht zur Schwäche.
- Förderung der Fürsorge: Wenn Männer mehr Verantwortung für Care-Arbeit übernehmen, wirkt sich das positiv auf ihr körperliches und psychisches Wohlbefinden aus. Eine norwegische Studie (Holter et al. 2009) zeigt, dass das Leben in einer geschlechtergerechten Gesellschaft die Lebens- und Gesundheitsqualität von Männern verbessert und ihre Gewaltbetroffenheit sowie Scheidungsrisiken mindert. WHO-Studien (2021) belegen, dass Männer mit einer höheren emotionalen Kompetenz und Care-Beteiligung seltener an Depressionen, Suchtproblemen und Suizid sterben.
- Neue Perspektiven und Mitgefühl: Die Auseinandersetzung mit simularchischen Gedanken regt Männer dazu an, über ihre eigene Männlichkeit und gesellschaftliche Strukturen nachzudenken. Die Studie “The Role of Men in Gender Equality” von Scambor et al. (2013) zeigt, dass die Übernahme fürsorglicherer Rollen und die Beschäftigung mit den Erfahrungen anderer Geschlechter Empathie und Mitgefühl fördern.
- Gerechtigkeit für alle: Eine gleichberechtigte Gesellschaft verbessert die Lebensqualität aller Menschen – unabhängig vom Geschlecht.
- Longitudinalstudien zeigen zudem: Traditionelle Geschlechterrolleneinstellungen bei Jungen erhöhen das Risiko für spätere Gewaltausübung in Beziehungen – egalitäre Einstellungen wirken präventiv.
Chancen für queere Menschen
- Sichtbarkeit und Anerkennung: Das Simularchat bietet einen strukturellen Rahmen, in dem queere Identitäten nicht nur toleriert, sondern als gleichwertiger Teil der Gesellschaft anerkannt werden.
- Schutz vor struktureller Diskriminierung: Durch die Auflösung starrer Geschlechterhierarchien werden auch die Mechanismen geschwächt, die queere Menschen systematisch benachteiligen.
- Raum für Vielfalt: Wenn binäre Rollenbilder aufgeweicht werden, entsteht Raum für die ganze Bandbreite geschlechtlicher und sexueller Identitäten.
Gesellschaftliche Auswirkungen
Soziale Entwicklung
Das Simularchat reduziert Geschlechterdiskriminierung in all ihren Formen und verbessert die soziale Mobilität für alle. Eine gerechte Gesellschaft stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl. Besonders wichtig: Gleichberechtigte Machtverteilung und das Aufbrechen starrer Rollenbilder reduzieren das Risiko für Gewalt in Beziehungen, da niemand strukturelle Überlegenheit ausnutzen kann und Menschen nicht in einengende Rollen gezwungen werden. Internationale Forschung der WHO belegt die Bedeutung egalitärer Geschlechternormen für die Gewaltprävention. Studien aus Malawi zeigen konsistent: Egalitäre Entscheidungsfindung in Beziehungen ist mit geringerer Akzeptanz von Gewalt verbunden. Eine US-amerikanische Nachbarschaftsstudie fand, dass in geschlechteregalitären Umgebungen die Gewaltwahrscheinlichkeit für alle Geschlechter sinkt.
Wirtschaftliche Vorteile
Diverse Teams sind nachweislich produktiver und innovativer. Die Boston Consulting Group ermittelte, dass Unternehmen mit einem diversen, vielfältigen Management 19 Prozent höhere Umsätze durch Innovationen erzielen. Die gleichberechtigte Einbindung aller Geschlechter und geschlechtlichen Identitäten ermöglicht eine bessere Nutzung vorhandener Talente. Die Vielfalt der Perspektiven führt zu kreativen Problemlösungen und innovativen Ansätzen.
Psychische Gesundheit
Das Aufbrechen von Rollenbildern reduziert den Druck, bestimmten Erwartungen entsprechen zu müssen. Menschen können authentischer leben, was sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirkt. Studien zeigen, dass queere Menschen in akzeptierenden Umgebungen deutlich geringere Raten an Depressionen und Angststörungen aufweisen. Eine Studie des DIW Berlin und der Universität Bielefeld (2019) zeigt: Während bei LGBTQI*-Menschen 26% eine depressive Erkrankung diagnostiziert wurde, liegt die Quote bei heterosexuellen Menschen nur bei 10%. Die Forschung belegt, dass vor allem Diskriminierung und Minderheitenstress diese Unterschiede verursachen – in inklusiven, akzeptierenden Umgebungen sinken die Raten psychischer Erkrankungen signifikant.
Herausforderungen und Widerstände
Strukturelle Hindernisse
Die Überwindung historisch gewachsener Machtstrukturen ist komplex. Kulturelle Widerstände und traditionelle Geschlechterrollen können die Umsetzung erschweren. Konsensfindung benötigt mehr Zeit als hierarchische Entscheidungen.
Herausforderungen für verschiedene Gruppen
- Aufgeben von Privilegien: Die Transformation zu einer gleichberechtigten Gesellschaft kann für manche cis-Männer bedeuten, gewohnte Privilegien aufzugeben. Dies kann zu Unbehagen oder Widerstand führen – eine natürliche, aber überwindbare Reaktion.
- Psychische Anpassung: Die Veränderung traditioneller Geschlechterrollen kann für manche Menschen eine psychische Belastung darstellen, wenn sie mit den neuen Erwartungen und Möglichkeiten nicht sofort zurechtkommen. Hier sind Unterstützung und gesellschaftlicher Dialog wichtig.
- Widerstand gegen Vielfalt: Das Aufbrechen binärer Strukturen und die Anerkennung queerer Identitäten stoßen teilweise auf heftigen Widerstand. Hier braucht es geduldige Aufklärungsarbeit und den Schutz vulnerabler Gruppen.
Auseinandersetzung mit patriarchalen und heteronormativen Strukturen
In patriarchal und heteronormativ geprägten Gesellschaften kann es Widerstand geben, da etablierte Machtpositionen und Normalitätsvorstellungen in Frage gestellt werden. Tief verwurzelte kulturelle Normen und Geschlechterstereotype behindern oft den Wandel. Institutionalisierte Diskriminierung – wie ungleiche Bezahlung, mangelnde Repräsentation oder rechtliche Benachteiligung queerer Menschen – muss systematisch abgebaut werden.
Wichtig ist: Die positiven Effekte einer gleichberechtigten, vielfältigen Gesellschaft für alle können nicht geleugnet werden und sollten aktiv unterstützt werden. Die Herausforderungen sind Übergangsschwierigkeiten auf dem Weg zu einer gerechteren Zukunft.
Zukunftsperspektiven
Integration in moderne Organisationsformen
Das Simularchat findet bereits Einzug in innovative Unternehmenskonzepte:
Holacracy basiert auf Selbstorganisation und verteilter Autorität statt traditioneller Hierarchien. Agile Management betont Teamarbeit und gleichberechtigte Beteiligung. Netzwerkorganisationen fördern flexible, vernetzte Zusammenarbeit.
Diese modernen Ansätze zeigen: Das Simularchat ist nicht utopisch, sondern bereits heute erfolgreich umsetzbar. Unternehmen profitieren von höherer Mitarbeiterzufriedenheit, gesteigerter Produktivität und besseren Problemlösungsfähigkeiten – besonders wenn sie auch geschlechtliche Vielfalt fördern und starre Rollenbilder aufbrechen.
Gesellschaftlicher Wandel
Das Aufweichen traditioneller Rollenbilder ist bereits in vollem Gange. Immer mehr Menschen erkennen, dass Geschlecht keine Blaupause für Fähigkeiten, Interessen oder Lebensweisen ist. Das Simularchat bietet einen Rahmen, um diesen Wandel strukturell zu verankern und für alle fruchtbar zu machen.
Simularchat als Baustein einer gewaltfreien Gesellschaft
Für die Initiative Zukunft Ohne Gewalt ist das Simularchat mehr als ein theoretisches Konzept. Es zeigt konkrete Wege auf, wie strukturelle Ungleichheiten und einengende Rollenbilder überwunden werden können, die oft Nährboden für Gewalt in Beziehungen schaffen.
Wenn Macht und Verantwortung gleichberechtigt geteilt werden, entstehen respektvolle Beziehungen auf Augenhöhe. Wenn Menschen nicht in starre Rollen gepresst werden, die ihre Identität verleugnen oder einschränken, reduziert das Frustration und Aggression. Wenn geschlechtliche Vielfalt anerkannt wird, können alle authentisch leben – eine Grundvoraussetzung für psychische Gesundheit und gewaltfreie Beziehungen.
Das Simularchat fordert alle auf, Verantwortung für eine gerechtere Gesellschaft zu übernehmen – genau wie wir es von Betroffenen häuslicher Gewalt erwarten. Es bietet einen Rahmen für gesellschaftlichen Wandel, der bei jedem Einzelnen beginnt und sich auf alle Lebensbereiche erstreckt.
Das Simularchat fordert alle auf, Verantwortung für eine gerechtere Gesellschaft zu übernehmen – genau wie wir es von Betroffenen häuslicher Gewalt erwarten. Forschung des Medical Research Council zeigt: Die Einbeziehung von Männern und Jungen in die Gewaltprävention ist wesentlich – nicht als bloße “Verbündete”, sondern durch Transformation der Beziehungen, sozialen Normen und Systeme, die Geschlechterungleichheit aufrechterhalten.
Die Etablierung des Begriffs “Simularchat” in der deutschen Sprache ist ein wichtiger Schritt, um diese Vision einer gleichberechtigten, vielfältigen, gewaltfreien Gesellschaft zu verwirklichen. Denn was wir benennen können, können wir auch gestalten.
Quellen
- Geschlecht — V&R eLibrary: https://www.vr-elibrary.de/doi/pdf/10.7767/9783205209980.217
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- Gender Studies: Geschichte, Etablierung und Praxisperspektiven: https://www.aau.at/wp-content/uploads/2021/04/GenderStudiesGeschichte_Handbuch.pdf
- SpringerLink — Soziologische Perspektiven: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978 – 3‑658 – 28586-9_2.pdf
- SpringerLink — Psychologische Aspekte: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978 – 3‑658 – 28586-9_2
- SpringerLink — Indigene Gemeinschaften: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978 – 3‑658 – 43230-0_2.pdf
- Organisatorische Umsetzung: https://www.simnat.de/de/unsere-aktivitaeten/publikationen/
- Konsensfindung in Teams: https://link.springer.com/book/10.1007/978 – 3‑662 – 64363‑1
- Geschlechtersensible Pädagogik: https://www.nifbe.de/component/themensammlung?view=item&id=958:geschlechtersensible-paedagogik
- Entgelttransparenzgesetz: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/GP_Work-Life-Balance_Meilenstein.pdf
- EuGH Entgeltgleichheit: https://commission.europa.eu/system/files/2016 – 06/gender-equality-work-life-balance_de.pdf
- Moderne Organisationskonzepte: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978 – 3‑658 – 42339-1_4
Belege: Egalitäre Geschlechternormen und Gewaltprävention
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- The Lancet – From work with men to changes of social norms: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25467578/
Belege: Indigene Geschlechtervielfalt
- Teaching LGBTQ History – Two-Spirit People: https://lgbtqhistory.org/lesson/native-americans-gender-roles-and-two-spirit-people/
- Nonbinary Wiki – Two-Spirit: https://nonbinary.wiki/wiki/Two-spirit
- Trans Care BC – Indigenous Gender Diversity: https://www.transcarebc.ca/information-for/indigenous-people
- Cultural Studies – Minangkabau and global gender representations: https://www.culturalstudies.net/representation-of-gender-in-global-cultures/
Belege: Diverse Teams — Produktivität und Innovation
- McKinsey & Company (2018) — Diversität und Performance: https://www.mckinsey.com/featured-insights/diversity-and-inclusion/diversity-wins-how-inclusion-matters
- Boston Consulting Group — Business Case for Diversity: https://www.deutsches-stiftungszentrum.de/diversitaet-und-stiftungen/innovationsfaehigkeit
- Cloverpop-Studie — Entscheidungsfindung in diversen Teams: https://www.cloverpop.com/hacking-diversity-with-inclusive-decision-making-white-paper
- IQB — Diverse Teams sind erfolgreicher: https://iqb.de/karrieremagazin/unternehmenskultur/unternehmenskultur-diverse-teams-sind-erfolgreicher/
- Aristo Group — Diversity am Arbeitsplatz: https://www.aristo-group.com/academy/diversity-am-arbeitsplatz/
Belege: Care-Arbeit und Gesundheit von Männern
- Bundesstiftung Gleichstellung — Care-Arbeit und Männer: https://www.bundesstiftung-gleichstellung.de/wissen/themenfelder/care-arbeit-gleichstellung-und-der-blick-auf-maenner/
- Caring Economy — Männer in der Care-Arbeit: https://www.caringeconomy.jetzt/mehr-maenner-in-der-care-arbeit/
- Bundeszentrale für politische Bildung — Caring Masculinities: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/care-arbeit-2020/317852/caring-masculinities/
- Bundesministerium für Gesundheit — Männergesundheit: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/frueherkennung-vorsorge/maennergesundheit/
Belege: Psychische Gesundheit queerer Menschen
- LSVD — Gesundheit von LSBTIQ*: https://www.lsvd.de/de/ct/2615-Gesundheit-von-LSBTIQ*
- DIW Berlin — LGBTQI*-Menschen und psychische Gesundheit: https://www.diw.de/de/diw_01.c.810374.de/lesbische__schwule__bisexuelle__trans_-__queer_und_inter_-me___hen_dreimal_haeufiger_von_burnout_und_depressionen_betroffen.html
- Gezeiten Haus — Queer-affirmative Psychotherapie: https://www.gezeitenhaus.de/blog/queer-affirmative-psychotherapie/
- Forschung und Lehre — Queere Menschen psychisch belastet: https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/queere-menschen-vergleichsweise-haeufig-psychisch-belastet-3483
- Neurologen und Psychiater im Netz — Sexuelle Orientierung und psychische Probleme: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/ratgeber-archiv/artikel/sexuelle-orientierung-ist-nicht-die-ursache-fuer-psychische-probleme/