Ein Film, der zeigt, war­um wir Men­schen, die Gewalt aus­üben, nicht als Mons­ter abstem­peln dür­fen.
Rose und Sam sind unzer­trenn­lich. Als Rose nach einer Tren­nung bei ihrem Bru­der ein­zieht, scheint alles wie immer – bis eine Frau Sam der Ver­ge­wal­ti­gung beschul­digt. Rose soll im Ermitt­lungs­ver­fah­ren aus­sa­gen. Was sie sagt, könn­te die Anzei­ge kip­pen oder bestä­ti­gen.

Der Debüt­film von Sarah Miro Fischer, seit 8. Janu­ar 2026 im Kino, stellt genau die Fra­ge, die uns bei IZOG antreibt: Wie erken­nen wir Men­schen, die Gewalt aus­üben, wenn sie uns nahe­ste­hen?

Das Dilem­ma der Nähe
Die Regis­seu­rin bringt es auf den Punkt: „Solan­ge wir Men­schen, die Gewalt aus­üben, als Mons­ter abstem­peln, wird es uns unmög­lich sein, sie in unse­rer Mit­te zu erken­nen – als Freun­de, Kol­le­gen oder Geschwis­ter. Je näher uns die Per­son steht, des­to schwie­ri­ger ist es, sie klar zu sehen.

Der Film zeigt die­sen inne­ren Kampf ohne ein­fa­che Ant­wor­ten. Rose will ihrem Bru­der glau­ben. Ihre Mut­ter ist über­zeugt, es müs­se eine Ver­wechs­lung sein. Das Leben geht schein­bar nor­mal wei­ter – Som­mer, See, Freun­de im Park. Doch hin­ter der dün­nen Wand, in der Nacht, bleibt die Fra­ge: Was ist wirk­lich pas­siert?

Ver­ant­wor­tung sicht­bar machen
„Schwes­ter­herz” gelingt etwas Sel­te­nes: Der Film zeigt die Per­spek­ti­ve derer, die mit der Rea­li­tät kon­fron­tiert wer­den, dass ein gelieb­ter Mensch Gewalt aus­ge­übt hat. Er mora­li­siert nicht, er erklärt nicht. Er lässt uns zuse­hen, wie Rose mit dem Unfass­ba­ren ringt.

Genau das brau­chen wir: Fil­me, die nicht weg­schau­en. Die zei­gen, dass Gewalt nicht von Mons­tern aus­geht, son­dern von Men­schen in unse­rer Mit­te. Jede Gewalt­tat ist eine bewuss­te Ent­schei­dung – und die­se Ent­schei­dung fällt jemand, den wir viel­leicht ken­nen und lie­ben.

Film­tipp für alle, die ver­ste­hen wol­len
„Schwes­ter­herz” läuft aktu­ell in deut­schen Kinos. Der Film wur­de bei den First Steps Awards 2025 als Bes­ter abend­fül­len­der Spiel­film aus­ge­zeich­net und fei­er­te sei­ne Welt­pre­mie­re auf der Ber­li­na­le.

Wer sich mit Gewalt­prä­ven­ti­on beschäf­tigt, soll­te die­sen Film sehen. Nicht weil er Ant­wor­ten gibt – son­dern weil er die rich­ti­gen Fra­gen stellt.

Schwes­ter­herz | Deutschland/​Spanien 2025 | Regie: Sarah Miro Fischer | 96 Min. | FSK 12