Virtuelle Rauminstallation · jederzeit online
Gewalt. Passiert. Täglich. Neben. Dir.
„Jede Gewalttat ist eine bewusste Entscheidung.“
Am besten am Desktop und mit Ton.
Während wir hier sprechen, entscheidet sich irgendwo in Deutschland ein Vater, sein Kind zu schlagen. Ein Mann würgt seine Partnerin. Ein Großvater traumatisiert seine Enkelin durch sexualisierte Gewalt.
Mehr als 730 Mal passiert das heute. Und morgen wieder. Und übermorgen.
Wir sind IZOG. Wir forschen seit Jahren daran, warum Menschen diese Entscheidungen treffen und wie sie sich verhindern lassen.
Im September 2026 haben wir das Unsichtbare in Berlin sichtbar gemacht: eine Rauminstallation, in der sich Minute für Minute die Wände mit Fällen füllten. Kein Vortrag, keine Statistik. Eine Erfahrung, die unter die Haut geht. Die Zahlen bekommen Gesichter, die Zeit wird spürbar. Den Raum können Sie weiterhin virtuell betreten.
Die Installation · Virtuell
Betreten Sie den Raum online.
Ein begehbarer Raum, die Fälle eines ganzen Jahres, verdichtet auf 48 Stunden. Die virtuelle Fassung ist jederzeit geöffnet, ohne Anmeldung und kostenfrei.
Das Prinzip
In 48 Stunden durchläuft ein Raum ein ganzes Jahr.
Die Fälle eines ganzen Jahres erscheinen im Raum, verdichtet auf 48 Stunden. In Berlin lief die Installation ein Wochenende lang ohne Unterbrechung, auch nachts wuchs die Wand der Fälle weiter, Karte für Karte. Die virtuelle Fassung folgt demselben Takt.
Was der Raum zeigt
Sechs Formen von Gewalt im sozialen Nahbereich.
Gesamt: 267.201 Fälle und Betroffene im sozialen Nahbereich pro Jahr (Hauptkennzahlen 2024). Darunter 883 Menschen mit Behinderungen.
Im Raum
Drei Erfahrungsebenen.
Zeitrealistische Projektion
In statistisch berechneten Abständen erscheinen kurze Texte: Wann geschieht welche Gewalt? Jede Gewaltform hat ihre eigene Farbe.
Klangraum
Ein leiser Raum aus fragmentarischen, anonymen Flüsterstimmen, dauerhaft im Hintergrund.
Wand der Fälle
Karte für Karte, Stunde für Stunde. Jede Karte steht für einen einzelnen Fall. In Berlin wuchs die Wand durchgehend, auch nachts außerhalb der Öffnungszeiten.
Nicht linear und frei zugänglich: jederzeit eintreten, verweilen, wieder gehen. Virtuell unter izog.de/installation.
Die gewaltausübenden Personen
Sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft.
Menschen, die Gewalt ausüben, leben direkt neben dir.
Und oft ist ihnen diese Gewalt gar nicht bewusst. Weil sie sie selbst erlebt haben. Weil sie Macht oder Kontrolldenken verinnerlicht haben. Weil sie unreflektiert kopieren, was in den Medien Normalität ist. Statistisch gesehen kennt jeder Mann mindestens einen Mann, der Gewalt im sozialen Nahbereich ausübt.
„Jede Gewalttat ist eine bewusste Entscheidung.“
Die Installation war am 19. und 20. September 2026 in der Tanzhalle Wiesenburg in Berlin zu sehen. Virtuell ist sie weiterhin geöffnet.
Mitmachen
Sind Sie dabei?
Gewalt im sozialen Nahbereich ist das größte Tabu unserer Gesellschaft. Wir brechen es als interdisziplinäres Forschungs- und Kunstprojekt. Helfen Sie uns, den Namenlosen eine Stimme zu geben und Gewaltspiralen aufzulösen.
unterstützt durch:
