Rauminstallation · 19.–20. September 2026 · Berlin
Gewalt. Passiert. Täglich. Neben. Dir.
„Jede Gewalttat ist eine bewusste Entscheidung.“
Auch virtuell erlebbar – am besten am Desktop mit Ton.
Während wir hier sprechen, entscheidet sich irgendwo in Deutschland ein Vater, sein Kind zu schlagen. Eine Frau wird von ihrem Partner gewürgt. Ein Großvater traumatisiert seine Enkelin durch sexualisierter Gewalt.
Mehr als 730 Mal passiert das heute. Und morgen wieder. Und übermorgen.
Wir sind IZOG. Wir forschen seit Jahren daran, warum Menschen diese Entscheidungen treffen – und wie wir sie verhindern können.
Im September 2026 machen wir das Unsichtbare sichtbar: eine Rauminstallation, in der sich Minute für Minute die Wände mit Fällen füllen. Kein Vortrag, keine Statistik – eine Erfahrung, die unter die Haut geht. Die Zahlen bekommen Gesichter. Die Zeit wird spürbar.
Die Ausstellung · Vor Ort in Berlin
Erleben Sie die Installation in der Tanzhalle Wiesenburg.
Ein begehbarer Raum, die Fälle eines ganzen Jahres – verdichtet auf 48 Stunden, das ganze Wochenende durchgehend. Besuchszeit täglich 9–20 Uhr. Kommen Sie vorbei.
13357 Berlin
Das Prinzip
In 48 Stunden durchläuft ein Raum ein ganzes Jahr.
Die Fälle eines ganzen Jahres erscheinen im Raum – verdichtet auf 48 Stunden, ein ganzes Wochenende lang. Die Installation läuft durchgehend: Auch außerhalb der Öffnungszeiten wächst die Wand der Fälle weiter, Karte für Karte. Wer wiederkommt, sieht, wie sehr sie sich gefüllt hat.
Was der Raum zeigt
Sechs Formen von Gewalt im sozialen Nahbereich.
Gesamt: 267.201 Fälle und Betroffene im sozialen Nahbereich pro Jahr (Hauptkennzahlen 2024). Darunter 883 Menschen mit Behinderungen.
Im Raum
Drei Erfahrungsebenen.
Zeitrealistische Projektion
In statistisch berechneten Abständen erscheinen kurze Texte: wann geschieht welche Gewalt? Jede Gewaltform in ihrer eigenen Farbe.
Klangraum
Ein leiser Raum aus fragmentarischen, anonymen Flüsterstimmen – eine dauerhafte Präsenz im Hintergrund.
Wand der Fälle
Karte für Karte, Stunde für Stunde: Jede Karte steht für einen einzelnen Fall. Die Wand wächst durchgehend – auch nachts, außerhalb der Öffnungszeiten.
Nicht-linear & frei zugänglich: jederzeit eintreten, verweilen, wieder gehen. Auch virtuell erlebbar unter izog.de/installation.
Die Täter:innen
Sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft.
Menschen, die Gewalt ausüben, leben direkt neben dir.
Und oft ist ihnen diese Gewalt gar nicht bewusst. Weil sie sie selbst erlebt haben. Weil sie Macht oder Kontrolldenken verinnerlicht haben. Weil sie unreflektiert kopieren, was in den Medien Normalität ist. Statistisch gesehen kennt jeder Mann mindestens einen Mann, der Gewalt im sozialen Nahbereich ausübt.
„Jede Gewalttat ist eine bewusste Entscheidung.“
Tanzhalle Wiesenburg, Berlin · 19.–20. September 2026 · täglich 9–20 Uhr
Mitmachen
Sind Sie dabei?
Gewalt im sozialen Nahbereich ist das größte Tabu unserer Gesellschaft. Wir brechen es – als interdisziplinäres Forschungs- und Kunstprojekt. Helfen Sie uns, den Namenlosen eine Stimme zu geben und Gewaltspiralen aufzulösen.
unterstützt durch:
