Die neue ZDF-Reihe „RE:TURN – Frauen schützen, Schweigen brechen” zeigt, was möglich ist, wenn eine Gesellschaft häusliche Gewalt nicht länger als Privatangelegenheit abtut. Moderiert von Jennifer Weist (Jennifer Rostock) erzählt die Dokumentation Geschichten von Betroffenen – und wirft einen Blick auf das, was IZOG seit Jahren fordert: konsequente Arbeit mit gewaltausübenden Personen.
Michael: „Ja, ich habe mich entschieden”
Besonders relevant für unsere Arbeit ist der Fall von Michael. Er hat in Beziehungen Gewalt ausgeübt – physisch, verbal, sexuell. Heute reflektiert er: „Gewalt beginnt auch schon, wenn ich manipuliere, wenn ich beleidige, wenn ich meine Stimme erhebe.” Durch das Trainingsprogramm der Männerberatung „man-o-mann” in Bielefeld lernt er, seine Trigger zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen.
Das ist der Kern: Jede Gewalttat ist eine bewusste Entscheidung. Und wer sich für Gewalt entschieden hat, kann lernen, sich anders zu entscheiden. Programme wie „man-o-mann” zeigen, dass Prävention bei denen ansetzen muss, die die Entscheidung zur Gewalt treffen.
Spanien: Konsequenz statt Lippenbekenntnisse
Die Doku blickt auch nach Spanien, wo das VioGén-System elektronische Fußfesseln mit Risikobewertung kombiniert. Der Effekt: signifikant weniger Femizide. Das System schützt Betroffene nicht durch Appelle, sondern durch klare Konsequenzen für gewaltausübende Personen.
Verfügbar in der ZDF-Mediathek.