Sonntag, 22. März 2026, 16 Uhr
Brandenburger Tor, Berlin.
Das Bündnis „Feminist Fight Club!” ruft gemeinsam mit Schauspielerin Collien Fernandes zur Demonstration gegen sexualisierte Gewalt auf. Anlass sind Vorwürfe schweren digitalen Missbrauchs, die Fernandes gegen ihren Ex-Mann erhoben hat – darunter gefälschte Profile und manipuliertes pornografisches Material, das über Jahre ohne ihr Wissen verbreitet worden sein soll.
In ihrem Instagram-Aufruf, der innerhalb weniger Stunden über 355.000 Likes erhielt, macht Fernandes deutlich: Sexuelle, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als viele ahnen – und sie finden in der Mitte unserer Gesellschaft statt. Die gewaltausübenden Personen seien nicht die „gruselig dreinblickenden Bösewichte” aus der Fiktion, sondern Männer aus dem eigenen Umfeld. Die Netten, die Lustigen, die Sympathischen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Fernandes verweist auf die jüngst veröffentlichte Dunkelfeldstudie des BKA: Nur 5 % der psychischen und physischen Partnerschaftsgewalt wird angezeigt. Bei digitaler Gewalt sind es sogar nur 2,4 %. Der Schweregrad der Gewalterfahrung ist bei Frauen über alle Gewaltformen hinweg deutlich höher als bei Männern.
Die allermeisten gewaltausübenden Personen kommen davon – gut versteckt hinter der oft zitierten Mauer des Schweigens. Die rund 95 %, die noch im Verborgenen liegen, machen die Demonstration am Brandenburger Tor umso dringlicher.
Digitale Gewalt ist kein Kavaliersdelikt – sie ist eine bewusste Entscheidung. Bundesjustizministerin Hubig hat angekündigt, die Erstellung und Verbreitung von Deepfakes unter Strafe zu stellen. Berlins Innensenatorin Spranger fordert schnellere Identifizierung gewaltausübender Personen und konsequente Löschung rechtswidriger Inhalte. Richtige Schritte – aber Gesetze allein ändern kein Verhalten.
Jede Gewalttat ist eine bewusste Entscheidung. Wer morgen am Brandenburger Tor steht, setzt ein Zeichen für Solidarität, Gerechtigkeit und echte Veränderung.